Was ist formal erforderlich, um kirchlich getraut zu werden?
Sie sollten möglichst beide einer christlichen Kirche angehören und müssen vor der kirchlichen Zeremonie aufgrund der Trennung von Staat und Kirche standesamtlich getraut sein. Eine entsprechende Bescheinigung bringen Sie dann bitte zur Trauung mit. Wenn ein(e) Partner(in) nicht mehr in der Kirche ist, ist eine Trauung ebenfalls möglich, aber es bedarf dann eines vorangehenden Gesprächs mit dem Pfarrer / der Pfarrerin über die Motive der beiden Partner für eine kirchliche Trauung (s. auch unten).
Wir wollen woanders heiraten. Geht das?
Reden Sie mit Ihrer Pfarrerin/Ihrem Pfarrer. Im Pfarramt liegt eine Übersicht über alle Kaiserslauterer Kirchen aus.
Braut rechts oder nicht?, Vater führt rein, Ringe auf Kissen, Trauzeugen wo, Küssen nach Trauung, Schleier und Reifrock, Ringe rechts oder links, Reis werfen oder Blumen?
Sie glauben gar nicht, wie viele derartige Fragen gestellt werden. Das Schöne ist, dass es da absolut keine Vorschriften gibt: Küssen Sie, lassen Sie sich führen, sitzen Sie rechts oder links usw. ABER: Seien Sie mit dem Herzen bei der Sache, beten Sie mit, wenn es um Gottes Segen geht, und denken Sie nicht nur an die vergessenen Preisschilder auf Ihren Schuhen. Auf gut deutsch: Lassen Sie sich von dem ganzen Drumherum nicht verführen, den eigentlichen Sinn und Zweck dieses Tages zu vergessen. Eine Hochzeit wie Lady Di können wir Ihnen nicht ausrichten! Und: Bei einigen Bräuchen sollten Sie sich fragen, ob diese wirklich noch zeitgemäß und Ihrer Situation angemessen sind. Vollverschleierte Bräute, die sich vom Vater in die Kirche zum dort wartenden Bräutigam führen lassen - und beide Partner leben schon seit Jahren mit ihren Kindern zusammen: Das wirkt ausgesprochen seltsam. Zumal der Brauch der "Brautübergabe" aus dem mittelalterlichen Handelsrecht stammt, als die Frauen noch Handelsware waren und von den Eltern "vermittelt" wurden. Haben Sie so Ihren Partner kennen gelernt? Besprechen Sie aber bitte Ihre individuellen Wünsche im Traugespräch.
Wie ist das mit dem Traugespräch?
Es sollte rechtzeitig vor der Trauung im Pfarramt oder bei Ihnen zu Hause stattfinden. Und rechtzeitig heißt: so etwa sechs bis acht Wochen vorher. Oft ist es ganz hilfreich, wenn Sie sich schon Gedanken über bestimmte Wünsche, Lieder oder einen Trauspruch gemacht haben. Als Trauspruch ist jedes geeignete Wort aus der Bibel willkommen. Zitate aus dem "Kleinen Prinz" sind zwar schön, aber eben keine Bibelworte; vielleicht können sie ja zusätzlich von einem Trauzeugen / einer Trauzeugin gelesen werden. Sie erhalten von uns in der Versöhnungskirchengemeinde auch eine kleine Informationsbroschüre zur kirchlichen Trauung, aus der Sie Anregungen zur Gestaltung des Gottesdienstes und anderer Dinge entnehmen können.
Wir würden gerne fotografieren oder filmen...
Ein häufig angesprochenes Thema, das mehrere Aspekte hat. Beachten Sie dazu unsere eigene Seite [Fotos im Gottesdienst].
Mein Partner gehört nicht der Kirche an. Können wir uns trauen lassen?
Eine leider immer häufigere Frage. Die Antwort: Ja. Das Verständnis unserer evangelischen kirchlichen Trauung ist, dass wir einen "Gottesdienst anlässlich einer Eheschließung" feiern. Wenn der Partner, der nicht der Kirche angehört, mit dem Ritus und seinen Inhalten einverstanden ist, ist eine Trauung möglich. Auch eine Trauung ist ja keine Familienfeier in kirchlichen Räumen, sondern stellt eine spezielle kirchliche Segenshandlung dar und zugleich ein feierliches Bekenntnis und Versprechen der Eheleute vor Gott und der Gemeinde. Deshalb versucht diese Form, auch dem nichtkirchlichen Partner gerecht zu werden.
Wir sind beide nicht in der Kirche. Können wir kirchlich getraut werden?
Nein. Aber Sie haben natürlich jederzeit die Möglichkeit, wieder in die Kirche einzutreten. Aber bitte überlegen Sie sich dies ernsthaft, und tun Sie es nicht nur, um getraut zu werden. Wenn Sie es nur der Feier wegen erwägen, sollten Sie es ehrlicher Weise lieber lassen.
Und wie ist es, wenn wir eine Spende geben?
Sicherlich gibt es verschiedene Formen des Umgangs in den Kirchengemeinden mit den eben genannten Problemen. Wir stehen solchen "zweckgerichteten" Spenden grundsätzlich ablehnend gegenüber, da sie nichts an der prinzipiellen inneren Einstellung zur christlichen Gemeinschaft und zur der Kirche ändern und von daher eher einem Kuhhandel gleichen. Dafür sollten sich beide Seiten eigentlich zu schade sein.